Problematik

Die AM-Technologien von KMU angeboten, die im Auftrag von großen Industrie-Unternehmen kleine Losgrößen, Ein- zelteile und Spezialanfertigungen produzieren (B2B). Derzeit findet keine Kommunikation zwischen dem Endanwen- der (z.B. im Point-of-Sale) und dem AM-Anbieter statt. Deswegen ist diesen KMU’s bisher sowohl der Zugang zu Konsumenten als neuer Zielgruppe als auch die Teilnahme an Wertschöpfungsketten im Massenmarkt nicht möglich (B2C). Dabei wird hier aufgrund des identifizierten Trends zur Individualisierung und der technischen Möglichkeiten (AM) hohes Potential in vielen Konsumgütermärkten gesehen. Durch die Etablierung von eCommerce (Vertrieb von Konsumgütern über das Internet) neben dem klassischen Filialverkauf sind vielfältige Möglichkeiten zur Generierung und Veredelung von Informationen (Kundendaten über eCommerce) und Abwicklung von Prozessen denkbar. Beispielsweise könnten sich Konsumenten im Ladenlokal beim Kauf einer Kaffeemaschine gleich Ihre spezielle Kaffeemaschine individuell, z.B. passend zum Geschirr oder zu sonstiger Dekoration, gestalten, indem sie ein Online-Portal verwenden. Diese Verknüpfung von Prozessen beider Vertriebskanäle wird Blended Shopping genannt. Neben dem individualisierten Accessoire erhält der Einkauf einen zusätzlichen Erlebnis- Charakter, was sich z.B. auch positiv auf die Umsätze des Konsumgüterherstellers und des Händlers, in dem das Accessoire konfiguriert wird, auswirken kann. Diese Faktoren sind relevant, um eine spätere Verbreitung über verschiedene Branchen zu erreichen und den KMU damit zur Präsenz am Markt zu verhelfen.

Beispiel individualisierte Accesoire


Der Umgang mit der Kundengruppe der Konsumenten ist Neuland für viele AM-KMU und eine Herausforderung. Die Kommunikation müsste nicht wie bisher zwischen Fachleuten mit dem nötigen technischen Hintergrundwissen und der Erfahrung, sondern mit Auftraggebern ohne Vorkenntnisse erfolgen. Hier existiert bisher kein ganzheitliches Kon- zept zur Standardisierung der IT-gestützten Abwicklung. Das betrifft insbesondere die Angebots-Spezifikationen, die Definition der Produktdetails von Massenprodukten ebenso wie die Konfiguration von Produktionsparametern. Im hier vorgeschlagenen Projekt MAC4U wird ein ganzheitliches Konzept zur Lösung dieser Standardisierungsprobleme entwickelt und seine Machbarkeit und Wirkung im Rahmen eines Demonstrators nachgewiesen.